Bedürf­nis­ori­en­tierte Klein­gruppen – ein Erfolgs­modell für die Kirche 4.0?

Die Kirche 4.0 braucht für das Jahr 2020 ein tragfä­higes Modell das Gemein­de­gliedern neben dem Sonntags­got­tes­dienst Raum zur Begegnung und zum Austausch gibt. Klein­gruppen können hier das pastorale Angebot sinnvoll erweitern – binden sie doch engagierte Laien und am leben­digen Glauben Inter­es­sierte in das kirch­liche Leben ein. Exempla­risch zeigen die Erfah­rungen der Freikirche XHOPE, in Olching bei München, wie dieses Konzept etabliert werden kann.

Braucht es überhaupt Kleingruppen?

Gleich zu Beginn geht es um die Frage der Notwen­digkeit, bzw. des Bedarfs von Klein­gruppen. Es werden doch ganz wunderbare Sonntags­got­tes­dienste angeboten, die der zentrale Mittel­punkt des geist­lichen Lebens jeder Kirche sind.

Gleich­zeitig sind aller­dings in den letzten Jahrzehnten Entwick­lungen zu beobachten, wie der Zerfall der klassi­schen Famili­en­struk­turen. In den Großstädten steigt sukzessive der Anteil an Single­haus­halten. Mehrge­nera­tio­nen­haus­halte sind selbst auf dem Land nur noch selten anzutreffen. Kirch­liches Leben oder gelebter Glaube gehören für immer mehr Menschen kaum noch zum Alltag.

Wie können hier Klein­gruppen eine Antwort geben? Treffen in kleinen, familiären Gruppen, mit bis zu 15 Personen, schaffen neuen Raum zur Begegnung. Geben Möglichkeit Andere am eigenen Leben teilhaben zu lassen. Im Lauf der Zeit entwi­ckeln sich Vertrau­ens­be­zie­hungen, die es auch ermög­lichen persön­liche Anliegen, Nöte und Ängste zu kommu­ni­zieren. Das Aufein­an­der­treffen mit im Glauben verbun­denen Geschwistern erlaubt gemein­sames Gebet, Bibel Lesen, Dank und Lobpreis zu Gott. Erleidet jemand aus einer Klein­gruppe einen Schick­sals­schlag, so sind es die anderen Gruppen­mit­gliedern, die im Gebet mittragen. Die ersten die den Hörer in die Hand nehmen und anrufen, sich nach dem Wohlbe­finden erkun­digen. Ein offenes Ohr haben oder auch ganz praktisch anpacken und helfen.

Was heißt „bedürf­nis­ori­en­tiert“?

Klein­gruppen werden dann zum Erfolgs­modell, wenn Sie von deren Besuchern nicht als Pflicht oder Last empfunden werden, sondern am Besten persön­liche Inter­essen ansprechen. Gerade auch Kirchen­fremde und Inter­es­sierte schätzen einen niedrig­schwel­ligen Einstieg in das gemeind­liche Beziehungsnetz.

Im XHOPE wurde deshalb vor einigen Jahren das Modell des sog. „Freien Marktes“ einge­führt. Das bedeutet, dass neben „klassi­schen“ Gruppen, wie festen Hausgruppen, Bibel­arbeit oder geist­lichen Schwer­punkten auch ganze neue Klein­gruppen angeboten werden: von Männern, die sich zum Radfahren treffen, über einer Tisch­tennis Klein­gruppe, bis hin zu Tanz, Familien-Events und einem Erzie­hungs-Forum. Warum nicht das eigene Hobby mit anderen Christen teilen?

Feste Bestand­teile jeder Klein­gruppe: Impuls, Austausch, Gebet

Verbind­licher Bestandteil für die Angebote des freien Marktes sind drei Elemente: Ein (kurzer) geist­licher Impuls, eine aktuelle Bibel­stelle und gemein­sames Gebet.

Zudem werden die Klein­gruppen mit einem Start und Ende jeweils zum Jahres­anfang und nach den Sommer­ferien angeboten. Jeder Besucher einer Klein­gruppe hat dann die Freiheit die Gruppe zu wechseln. Auch die Klein­grup­pen­leiter sind frei ihr Angebot zu beenden. Dies entlastet beide Seiten: Die Besucher können, bei wechselndem Interesse, die Gruppe wechseln. Die Leiter müssen nicht unbegrenzte, zeitliche Verpflichtung eingehen, der sie irgendwann nicht mehr nachkommen können, sollten sich ihre Lebens­um­stände ändern.

Angebot an Klein­gruppen im XHOPE stark gewachsen

Pastor Heinz Patsch ist vom „super Ergebnis“ begeistert. „Verän­derung und Jünger­schaft wachsen am effek­tivsten durch vertrau­ens­volle Bezie­hungen. Wir konnten beobachten wie wir durch die neue Ausrichtung und Struktur von vorher 14 Hauskreisen auf jetzt über 25 Klein­gruppen gewachsen sind“. Sein Leitspruch lautet: „Wenn eine Kirche groß werden will, muss sie gleich­zeitig klein werden“.

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